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Fanø 2008
Kindertag im Schlosspark Zeitz 06.04.2008
Datum: 06.04.2008

Wissen Sie, liebe Leser, was am Drachenfliegen auf öffentlichen Veranstaltungen das Schönste ist? Kinder bespaßen! Und wo ginge das besser als zum Kinderfest auf dem Gelände der ehemaligen LAGA mitten im Zentrum von Zeitz mit dem Schloss Moritzburg im Hintergrund. Eine wunderschöne Kulisse, die wir gern mehrmals im Jahr aufsuchen.



Unser Schön-Wetter-Beutel-Tier, auch liebevoll von uns Robby genannt, hat zum Jahreswechsel 07/08 Zuwachs in Form eines Papageien bekommen, das nicht minder ein Schön-Wetter-Beutel-Tier ist. Wie jeder weiß, sind Robben und Papageien artverwandt und somit erklärt sich auch das ähnliche Verhalten. Wenn es regnet, verkriechen sie sich in ihren Beutel, bei keinem oder sehr wenig Wind liegen sie faul auf dem Boden rum und bei der ersten anhaltenden Priese erheben sie sich grazil in das Himmelsmeer.



Nun, eigentlich wollte ich ja noch was über das Kinder bespaßen schreiben. Was ist das eigentlich? Ist das ansteckend? Kann das jeder machen? Macht das überhaupt Spaß? Und wenn ja, wem?
Zuerst einmal ist das Bespaßen an sich keineswegs nur auf Drachenflieger zu beziehen, so bespaßen zum Beispiel Komödianten ihre Zuschauer, Studenten ihre Versuchspersonen und Meister ihre Azubis, im letzten Falle gegebenenfalls auch umgekehrt. Und Azubis bei den Drachenfliegern, also ich, bespaßen Kinder. Dazu nehme man einen Haufen liebe kleine Kinder, ein paar Süßigkeiten, stecke sie, also die Süßigkeiten, in einen Becher und klebe diesen an einen vorher präparierten Drachen. Nun vorsichtig starten, damit nicht gleich alles rausfällt und jetzt heißt es, Spannung aufbauen. Nicht einfach nur hoch fliegen, Süßigkeiten abwerfen und fertig. Ich will ja auch noch was von meinem Spaß abhaben. Also die lieben kleinen Kinder von links nach rechts über die Wiese flitzen lassen und wieder zurück und mal hoch, mal runter und dann natürlich belohnen. Und ja, es ist ansteckend, sowohl bei den Kindern als auch bei den Drachenfliegern. Können kann das jeder, nur machen sollte es nicht jeder... Und es macht allen Beteiligten einen Riesenspaß.



Eine andere Variante des Bespaßens, die vor allem für die (Groß-)Eltern sehr zum Vorteil gereicht, da ihre Sprößlinge am Abend total erschöpft ins Bett fallen, wäre das Drachen basteln mit anschließendem Fliegen. Wir zählen übers Jahr verteilt nicht mit, wie viele wir von diesen kleinen Drachen basteln, aber an diesem Tag waren es über 100 Drachen. Wir haben teilweise zu viert basteln müssen, um dem Ansturm am Nachmittag, als die Sonne schön gerade runter ballerte, gerecht zu werden. Aber irgendwann waren nicht nur wir, sondern auch unsere Vorräte an Drachen-Rohmaterial erschöpft. So konnten wir nicht anders, als das Basteln für diesen Tag einzustellen.



Was uns immer wieder mit Erstaunen erfüllt, ist, dass unsere kleinen Drachenflieger es ohne sichtliche Mühe schaffen, ihre Drachen stundenlang am Himmel zu halten, wo unsereins fast verzweifelt. Das mag allerdings auch daran liegen, dass diese gebastelten Drachen nur wenige Gramm wiegen und, bei etwas Laufbegeisterung, auch gegen den Wind fliegen. Man kann allerdings auch ganz bequem, wie die Profis, stehen bleiben, wie dieser junge Mann hier.



Ja, ja, unsere Banner, schön in Reihe und eins zu wenig. Unsere neue Azubine, die ich in den beiden vorangegangenen Blogs über die Workshops vorgestellt habe, hat zu diesem Zeitpunkt leider noch kein eigenes Banner. Aber mittlerweile waren wir wieder auf Fanø, und wenn Sie einer unsere Dauerleser sind, wissen Sie, dass ich mein Banner vor einem Jahr dort bekommen habe. Doch dazu mehr im Blog über Fanø 2008, der demnächst hier erscheint.



Das eigentlich Schöne an solchen Bannern ist, dass man als Drachenflieger genau sieht, wo der Wind herkommt und wo er hingeht, wie auf dem Bild oben erkennbar. Alle Banner wehen in eine Richtung - so macht das Spaß. Man kann sogar schlussfolgern, ob es ausreichend Wind für den eigenen Drachen ist oder nicht. Nun, auf dem folgenden Bild ist das nicht ganz so eindeutig.



Daran erkennt man eventuell auch, warum an diesem Tag nur unser Chef mit seinem Blitz-Drachen (Eddi) den Wiesenrekord auf 5h Flugzeit am Stück erhöht hat. Und das bei solchen Windverhältnissen. Wie das geht? Man braucht nur einmal den richtigen Aufwind nutzen und schon ist man den ganzen Luftwirbeln, die auf diesem Gelände vorherrschen, entkommen. Weiter oben ist mehr und gleichmäßigerer Wind. Allerdings musste auch mein "Großer Meister" ständig bei seinem Drachen bleiben und mal mehr Leine geben, mal Leine aufwickeln, damit immer ausreichend Druck da ist und der Drache nicht einfach vom Himmel fällt. Diese Ausdauer wurde sogar von einigen Zuschauern lobend anerkannt und uns berichtet, dass der Drache schon seit heute früh am Himmel steht. Sowas hört man gern. Und da freut sich auch mein Chef.



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